Babyschlaf, Voraussetzung für lebenslanges erfolgreiches Lernen

Im Schlaf wappnet sich der Organismus eines Babys nicht nur gegen Viren und Co. und schüttet 70-80 Prozent des Babyschlaf, Voraussetzung für erfolgreiches LernenWachstumshormons aus. Besonders das Gehirn arbeitet auf Hochtouren. Neuronale Strukturen entstehen. Nervenzellen werden durch Synapsen miteinander verknüpft, wobei die wichtigsten Gehirnfunktionen angelegt werden. Je nach Schlafphase wiederholt und vertieft das Baby zum Beispiel Bewegungsabläufe oder neu gelernte Wörter und Fakten.

Schlafmediziner Professor Dr. Ekkehart Paditz von der Universitätsklinik Dresden erklärt:

„Das Hirn verknüpft Lerninhalte und Sinneseindrücke mit früheren Erfahrungen und transportiert Informationen vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis. Gelerntes verfestigt sich – das Kind wird sozusagen im Schlaf klüger“

Das Bewusstsein über die Wichtigkeit des Babyschlafs für die Gehirnentwicklung und somit für lebenslanges erfolgreiches Lernen, ermöglicht einen geduldigeren/verständnisvolleren Umgang mit dem vom Baby natürlich vorgegebenen Wach-Schlafrhythmus. Nachfolgend werden 4 Irrtümer über Babyschlaf wiedergegeben, die mir in diesem Zusammenhang besonders wichtig erscheinen. Zitiert aus der Zeitschrift Baby und Gesundheit, Juni 2010

Mit 6 Monaten muss ein Kind durchschlafen

„Irrtum. Wenn ein Kind auch nach einem halben Jahr nachts häufig aufwacht, ist das normal. Die zum Durchschlafen benötigte Hirnreife erlangen Kinder meist erst zwischen dem dritten und vierten Lebensjahr. Experten betrachten das nächtliche Aufwachen sogar als natürlichen Schutzmechanismus vor dem plötzlichen Säuglingstod.

Mit 6 Monaten braucht ein Kind nachts keine Nahrung mehr

Irrtum. Die meisten Kinder nehmen mit sechs Monaten noch mehr als ein Viertel ihrer Nahrung nachts auf. Möglicherweise unterstützt das nächtliche Stillen sogar die Hirnentwicklung.

Kurz schreien lassen schadet nicht

Irrtum. Babys haben kein Zeitgefühl. Jedes Alleinlassen bedeutet für sie potenzielle Todesangst, da sie auf den Schutz und die Versorgung der Erwachsenen angewiesen sind. Eltern sollten bei ihrem Baby bleiben, bis es eingeschlafen ist … Das ist während der ersten Lebensjahre zwar anstrengend, verhindert jedoch spätere Schlafprobleme und auch emotionale Störungen.

Jedes Kind kann schlafen lernen.

Irrtum. Finger weg von Trainingsprogrammen, mit denen Kinder durch Schreienlassen nach Zeitplan zum Durchschlafen animiert werden sollen, bevor sie dafür reif sind. Natürlich lernen Kinder dadurch auch zu schlafen. Aber sie müssen ganz lange Angst aushalten. … Die meisten Fachleute sind sich heute einig, dass das kontrollierte Weinenlassen selbst bei Ein- und Zweijährigen noch zu enormem Stress und Verlustängsten führt. Kinder, die davon verschont bleiben, sind nachweislich ausgeglichener und schreien seltener.

Da in den ersten Lebensmonaten die wichtigsten Gehrinfunktionen angelegt werden wäre es kontraproduktiv, wenn diese durch Angst oder negative Emotionen geprägt würden. Einfach daran denken:

  1. Wenn dem Kleinen die Augen zufallen, macht es sich bereit, Grundlagen zu schaffen, die lebenslanges erfolgreiches Lernen ermöglichen.

  2. Im Schlaf wird das im Gedächtnis verankert was im Wachzustand erlebt wurde.

Schlaf Kindchen, schlaf…

4 comments for “Babyschlaf, Voraussetzung für lebenslanges erfolgreiches Lernen

  1. Rascha
    7. Dezember 2018 at 22:21

    Toller Artikel und bestätig einiges was ich im Gefühl hatte. Meine Tochter ist 13 Monate und mir wird immer wieder geraten abzustillen und sie mal ein paar Tage schreien zu lassen. Aber schreien lassen mach ich nicht. Haben meine Eltern bei mir auch nicht gemacht.
    Hab sogar ein Buch bekommen mit einem Schlafprogramm und sanftem Entwöhnen etc. Meine Tochter wacht nachts immer noch alle 2-3 Stunden auf. Nimmt die Brust und schläft nach kurzer Zeit wieder ein. Mittlerweile gebe ich ihr die nötige Zeit die sie braucht bis sie Durchschlafen kann. Auch wenn es für mich manchmal sehr anstrengend ist . Dennoch sehe ich allem positiv entgegen und weiß es ist alles gut so wie es ist. Danke

  2. Neumann
    9. August 2017 at 09:37

    Guter Artikel !

  3. Markus Dreher
    25. Mai 2016 at 08:00

    Sehr guter Artikel. Ich wünsche sehr, dass dies immer mehr zum Allgemeinwissen wird und das „gewaltsame“ Schlafenlernen verdrängt. Leider kursieren immer noch zu viele Bücher, die die Methoden aus grauer (brauner) Vorzeit propagieren.
    Schreien ist die einzige Möglichkeit für Säuglinge sich mitzuteilen bzw. auf sich aufmerksam zu machen. Das zu ignorieren muß ja beim Kind Traumatas auslösen. Der dabei entstehende Schaden steht in keinem Verhältnis zum scheinbaren Nutzen des Durchschlafens. Wer würde schon seinen Partner schreien oder reden lassen, ohne darauf zu reagieren?

    • 25. Mai 2016 at 22:20

      Vielen Dank Markus,

      ich bin voll deiner Meinung!

      Grüße
      Hagen

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