Was hat Suggestopädie / Superlearning mit erfolgreich lernen zu tun?

Suggestopädie Kurzbeschreibung

Suggestopädie wurde in den 60er Jahren in Bulgarien von Arzt und Psychologe Georgi Lozanov für den Fremdsprachenunterricht ins Leben gerufen und eingesetzt. Heute finden die weiterentwickelten Methoden der Suggestopädie breite Anwendung.

Die Suggestopädie befasst sich im Kern damit, eine möglichst positive Lernatmosphäre zu schaffen und neue Lerninhalte über möglichst viele Sinne zugänglich zu machen. Im Vergleich zu Frontalunterricht ist Suggestopädie eine Sammlung sehr kreativer und kurzweiliger Methoden der Unterrichtsgestaltung mit Musik-, Spiel-, Entspannungs- und Bewegungselementen. Das Ziel dieser Methoden ist es, dem Lernenden eine größere Eigenverantwortung für den Lernprozess einzuräumen, Freude am Lernen zu haben und so ein effektiveres und schnelleres Lernen zu ermöglichen.

Die suggestopädisch geprägte Vermittlung von Lerninhalten besteht meist aus folgenden Elementen:

  1. Einstieg (kinästetische Aktivität)
  2. Hinführung (Motivation für das Thema)
  3. Stoffpräsentation (Flippchart, Pinnwand, Bodenpräsentationen etc.)
  4. Lernkonzert (Stoffwiederholung in entspanntem Zustand des Lernenden zu meist klassischer Musik)
  5. Aktivierung1 (kreative Wiederholung des Lernstoffs durch die Lernenden, z.B. Erstellen eines Posters)
  6. Aktivierung 2 (Anwendung des Lernstoffs durch die Lernenden, z.B. Beantworten von Fragen die andere Lernende stellen.)
  7. Abschluss (Zusammenfassung und Ausschau)

Wichtig in der Suggestopädie ist die Miteinbeziehung der emotionalen Grundhaltung und Überzeugung des Lernenden in den Lernprozess. Lernhemmenden Suggestionen wie selbst-einengenden Botschaften soll entgegengewirkt und möglichst in positiv-lernfördernde umgewandelt werden. Diese positive Lernatmosphäre kann durch verschiede Elemente wie, z.B. Raumgestaltung (die nicht primär an Frontalunterricht erinnert), Poster mit positiven Botschaften, Musik, aber vor allem mit einer positiven Grundhaltung dem Lernenden gegenüber erreicht werden.

Superlearning ist ein ähnlicher Ansatz, der häufig für kommerzielle Selbstlernkurse Verwendung findet. In diesen Kursen wird auf die in der Suggestopädie bedeutende Rolle der physisch anwesenden Lehrkraft und die Interaktion der Lerngruppe verzichtet.

Häufig begegnet man dem Begriff ‚Superlearning‘ als Synonym für Suggestopädie.

Nutzen in Bezug auf erfolgreiches Lernen: Durch die positive Lernatmosphäre und die kreativen, abwechslungsreichen und kurzweiligen Methoden hält das Interesse und die Motivation der Lernenden länger an. Durch die hohe Eigenverantwortung haben Lernende schneller den Eindruck, tatsächlich ‚etwas gelernt‘ zu haben.

Für wen ist Suggestopädie geeignet? Hauptsächlich für Lehrende (Dozenten, Lehrer, Trainer) die ihr Methodenrepertoire erweitern wollen und/oder eine Alternative zum Frontalunterricht suchen.

Grundgedanken der Suggestopädie:

  • Lerninhalte gehirngerecht und ansprechend verpacken
  • Positive und ermutigende Lernatmosphäre schaffen

Wo wird Suggestopädie hauptsächlich angewandt?

  • Seminargestaltung
  • Unterrichtsgestaltung,
  • e-learning Konzepte

Kritik:

  • Begeisterung über ermutigende Lernerfahrungen und/oder wirtschaftliche Interessen können zu überzogenen Lernbeschleunigungsversprechen führen.
  • Unabhängig von der Wirksamkeit der Methode wird der Suggestopädie vorgeworfen, wissenschaftliche Standards nicht einzuhalten (Pseudowissenschaft).

Links/Referenzen

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